Praxis der Jungenarbeit 7: Jugendkulturen als Orte männlicher Inszenierung
Ankündigung der Konferenz "Praxis der Jungenarbeit 7: Jugendkulturen als Orte männlicher Inszenierung - Geschlechtsbezogene Arbeit mit Jungen in Jugendkulturen" am 30.11.2006 in Köln
Am 30.11.2006 findet in Köln die nunmehr 7. Konferenz "Praxis der Jungenarbeit" statt, eine Kooperationsveranstaltung von Paritätischem Jugendwerk NRW, Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit in NW e.V. und Landesjugendamt Rheinland. Sie steht unter der Überschrift "Jugendkulturen als Orte männlicher Inszenierung - Geschlechtsbezogene Arbeit mit Jungen in Jugendkulturen". Wie Heranwachsende selbst Jugend inszenieren, wie sie ihren Weg in die Erwachsenenwelt suchen bzw. sich gezielt Nischen aufbauen jenseits der Erwachsenenkultur, kann besonders gut am Phänomen der Jugendkulturen abgelesen werden. Jugendkulturen haben eine lange Geschichte, ihre Vielfalt unterliegt einer kontinuierlichen Entwicklung. Und doch waren und sind sie ihrem Wesen nach immer wieder vor allem eines: Orte der Inszenierung von Jugend(-lichen), Sinn-Gemeinschaften, geprägt durch Riten der Initiation, der Aufnahme des Einzelnen in die Gemeinschaft der Gruppe. Aus der Perspektive der Jungenarbeit fällt auf, dass viele Jugendkulturen eigentlich Gemeinschaften von Jungen sind. Das wirft eine ganze Reihe von Fragen auf: Welche Möglichkeiten zur Inszenierung von Mann-Sein erlauben Jugendkulturen Jungen und jungen Männern? Welche Spielräume bieten sie, um sich als Junge auszuleben, auch auszutoben, anerkannt zu werden, Erfolg zu haben? Sind Jugendkulturen wie z.B. Grunge, Gothic, Punk, Hip-Hop, Rave, Techno, sind die Jugendszenen der Skinheads, Fussballfans, Skater, Splatters, Trekker letztendlich Orte der Initiation? Findet hier durch in der jeweiligen Szenerie anerkannte Bräuche eine ritualisierte Aufnahme in eine männliche Welt statt? Antworten auf diese Fragen, einen Gender orientierten Einblick in Jugendkulturen in Deutschland soll Klaus Farin geben, bekannter Journalist, Fachbuchautor und Leiter des renommierten Berliner Archivs der Jugendkulturen. Klaus Farin wird die Entwicklung von Jugendkulturen vor dem Hintergrund von Faktoren wie Kommerz, Politik, Identitätsstiftung, Körperlichkeit, Drogen etc. analysieren, und er wird Jugendszenen genauer beleuchten, die vor allem Jungen und jungen Männern Sinn, Identität und Spaß liefern. Am Nachmittag werden in mehreren Foren Beispiele aus der geschlechtsbezogenen Arbeit mit männlichen Zielgruppen aus verschiedenen Jugendkulturen präsentiert. Sie sollen Modellcharakter haben für eine Jungenarbeit, die sich nicht als Erziehungsangebot versteht, sondern Anschluss sucht zu den Interessen und subjektiven Sinngebungen von männlichen Heranwachsenden. Die Konferenz richtet sich, das hat Tradition, an männliche Fachkräfte aus den verschiedenen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus dem Bereich Schule.
Die Ausschreibung mit detaillierten Programm und Anmeldevordruck wird voraussichtlich Ende September erfolgen - und Ihnen dann auch zugeschickt.
Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie in der folgenden .pdf - Datei



