Junge sein - Männlichkeiten - Mann werden
Mit dieser Filmreihe wollen wir unterschiedliche Lebensverhältnisse und Vorstellungen von Jungen / männlichen Jugendlichen und Männern in Bezug auf Männlichkeiten vorstellen.
Auf der Suche nach Orientierung und Halt stehen viele Türen und Tore offen, die sich oftmals (scheinbar) ambivalent gegenüberstehen und oftmals mehr Orientierungslosigkeit als Halt bieten. Welche unterschiedlichen Türen gibt es für Jungen / männliche Jugendliche und Männer in Bezug auf Macht, Familie, Beruf,Sexualität, Gemeinschaft, Gewalt und (fehlende) Zukunftsperspektiven? Wie gehen Jungen mit diesen Bildern und Realitäten um? Welche Fremd- und Selbstbildnisse wirken auf Jungen ein und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen?
Die Filme, die wir ausgesucht haben, behandeln diese Fragen, gehen aber auch ganz anderen Spuren nach und werfen einen Blick auf unterschiedliche Männlichkeitsvorstellungen von Jungen. Nach den Filmen wollen wir mit dem jeweiligen Gast und Ihnen als Publikum den genannten Fragen nachspüren.
Was glauben Jungen erfüllen zu müssen, damit sie “richtige“ Jungen sind und Männer werden können und mit welchen Anforderungen sind sie auch tatsächlich konfrontiert?
Für diese Reihe haben wir folgende Filme ausgesucht: Die Welle, Ben X, Chiko und Fleisch ist mein Gemüse. Darüber hinaus für das Kinderprogramm Paulas Geheimnis. Die Filme beleuchten unterschiedliche Lebensbereiche von Jungen bzw. männlichen Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsen werden.
Die Termine und alle Gäste stehen fest! Wir freuen uns auf folgende Veranstaltungen:
Chiko: Welche Möglichkeiten bieten sich männlichen Jugendlichen mit schlechten Zukunftsperpektiven? Wie sollen sie die Frage nach der Möglichkeit beantworten, wie sie aus diesen widrigen Umständen herauskommen wollen? Wie soll es Ihnen möglich sein ein für sie passables Bild (passable Bilder) von Männlichkeit inkl. des Bildes eines Familienernährers und Beschützers bedienen zu können. Was muss gegeben sein, damit sie sich trotzdem als "einen richtigen Mann" sehen können? Einen, der es trotz widriger Lebensumständen geschafft hat, reich und "erfolgreich" zu sein? Was gehört eigentlich dazu: Als ein richtiger Mann zu gelten? Wie passen Freundin, Freunde, Ehre, Luxus und Familie dazu? Als Betrachter stellen sich während des Filmes viele Fragen: Welches Verhältnis hat Chiko zu einer Frau die er aus den Händen ihres Zuhälters auslöst? Welche Rolle darf/muss Gewalt spielen, wenn man Erfolgreich sein will? Wie legitim ist es, seine Ziele durch Stärke, Härte und gewalttätige Durchsetzung zu erreichen? Und auch Religion spielt in diesem Film einen wichtigen Aspekt: Kann Religion die eine passende Fassade sein, um seinem Tun auch noch Sinn und Rechtfertigung zu verleihen?
Als Gäste begrüßen wir am 6. Mai um 20.00 Uhr den Regisseur Özgür Yildirim und den Produzenten Klaus Maeck.
Filmwebsite: www.chiko-derfilm.de
Fleisch ist mein Gemüse: Wie stellt man als erwachsener Mann in der Retroperspektive seine eigene Jugend dar? Wie zeichnet man seine eigene Entwicklung inklusive Pubertät, körperlichen Veränderungen und der großen Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit nach. Heinz Strunk versucht es überspitzt und mit Selbstironie und einer dadurch auftretenden Unnahbarkeit. Das Stilmittel erlaubt ihm gleichzeitig aber eine bezeichnende Offenheit und einen Film, der im Grunde erschreckend traurige Einblicke in die Innenwelt eines pubertierenden Jugendlichen aus der Vorstadt bietet.
Fleisch ist mein Gemüse zeigen wir am 7. Mai um 20.00Uhr
Als Gast freuen wir uns auf den Regisseur und Drehbuchautoren: Christian Görlitz
Filmwebsite: www.kino.de/kinofilm/fleisch-ist-mein-gemuese/100001.html
BEN X: Der Film stellt die Lebensrealität eines männlichen Jugendlichen vor, der in Cyberwelten untertaucht. Der Junge behauptet sich in seinen virtuellen Welten hervorragend. Nur wenige MitspielerInnen im weltweiten Spielenetzwerk sind in der Lage, auf seinem Level mit halten zu können. alleine die Welt draußen ängstigt ihn und dass nicht nur, weil er die Welt draußen nicht versteht, sondern vor Allem auch, da die Welt draußen ihn nicht versteht und auf unterschiedlichen Ebenen aggressiv gegen ihn vorgeht. Der Film bietet spannende Wendungen und Szenen, die so oder ähnlich jedeR schon mal selbst (im Klassenzimmer) mitgemacht oder beobachtet hat. Ben X ist ein ausgezeichneter Film, der Aspekte wie Computerkonsum, Abgrenzung von der Außenwelt, Gewalt und Doppelmoral, aber auch Handlungsoptionen und sich die Welt aneignen gut zusammenbringt, ohne moralisierend daher zu kommen.
Ben X zeigen wir am 20. Mai um 20:00 Uhr und am 21. Mai um 10:00 Uhr (Schulvorstellung). Als Gast begrüßen wir Andreas Reupert vom CVJM Computerclub Chemnitz und Modellprojekt Jungenarbeit Sachsen
Als Kooperationspartner mit dem Abaton-Kino freuen wir uns auf die Premiere am 27. April um 20:00 Uhr. Als Gast empfangen wir den Regisseur Nic Balthazar. Mehr Informationen zum Film stehen auf der folgenden Website: www.benx.kinowelt.de
Die Welle: Das gleichnamige Buch, welches in Deutschland quasi Pflichtlektüre in der Schule ist, diente als Vorlage für diesen Film. Dem Film gelingt es sehr gut die Geschichte des Experimentes ins 21. Jahrhundert zu transformieren. Er ist mit schneller Musik unterlegt und stellt Lebenssituationen von individualisierten und oftmals von den Eltern alleine gelassenen Jugendlichen vor. Wir zeigen diesen Film in unserer Reihe, da er eine Vielzahl von Fragen zur Entwicklung von Jungen und männlichen Jugendlichen stellt. Wieso scheint es so, als ob Jungen leichter für Autoritäten und für Unterwerfung zu begeistern sind? Welche Rolle spielen dabei Vorstellungen von Männlichkeit für die Jugendlichen? Wie gehen männliche Jugendliche mit einer Gesellschaft um, in der sich die Rollenvorgaben für Männer und Frauen aufgrund einer ständigen gesamtgesellschaftlichen Entwicklung rasant ändern? Eine Gesellschaft in der es so aussieht, als ob nichts (scheinbar) Sicheres mehr bleibt.
Die Welle zeigen wir am 21. Mai um 16:30 Uhr.
Als Gast freuen wir uns auf Dirk Fritsch (Filmregisseur und Medienpädagoge).
Filmwebsite: www.welle.film.de
Die Filmreihe wurde finanziell unterstützt von Aktion Mensch








